Was VENTURE CAPITAL Investoren hören und sehen wollen

Insights von der Startupland 2026

Worauf kommt es Venture Capital Investoren an, wenn sie sich an jungen Unternehmen beteiligen? Die Antworten darauf sind nicht nur für Gründer interessant, sondern bieten auch Anregungen für Unternehmen, die mit Start-ups über eine Beteiligung sprechen. Bei der Startupland-Konferenz 2026 in Köln schilderten Investoren und Berater, was sie hören und sehen wollen.

Wenn es um die erste Vorstellung des Start-ups geht, haben sich im Markt die folgenden Arten von Pitches etabliert, wie Johannes Dierkes vom HighTechGründerfonds basierend auf Erkenntnissen von Sequoia und Combinator erläuterte:

➡ One Sentence Pitch: in maximal 10 Sekunden das Start-up kurz und knapp vorstellen.

➡ Elevator Pitch: in maximal 30 bis 90 Sekunden das Start-up überzeugend vorstellen.

➡ Pitch Stage: in drei bis sieben Minuten die Lösung und den Mehrwert des Start-ups in den Mittelpunkt stellen.

➡ Pitch Read: auf 10 bis 15 Folien das Geschäft im Detail vorstellen.

Investor Pitch: in +7 Minuten das Geschäftsmodell faktenorientiert auf den Punkt bringen.

Wie Johannes Dierkes betonte, sollte  neben den Gründern auch das gesamte Team den One Sentence Pitch und Elevator Pitch vortragen können. Das perfekte Pitch-Deck ist nach seinen langjährigen Erfahrungen wie folgt aufgebaut:

➡ Titelblatt

➡ Problem

➡ Lösung

➡ Traction

➡ Marktgröße und Wettbewerb

➡ Produkt

➡ Geschäftsmodell/Vision

➡ Team

➡ Finanzkennzahlen

➡ Fragen und Mittelverwendung

Oftmals werde das Team und das Produkt von Gründern zu Beginn dargestellt. Besser und empfehlenswert sei es jedoch, mit dem relevanten Problem zu starten und daraufhin die Lösung vorzustellen. Es gehe darum zu zeigen, dass man einen konkreten Pain Point im Markt erkannt und das sich daraus ergebende Geschäftspotenzial identifiziert hat. Erst daraufhin solle das Produkt vorgestellt werden und wie es das Problem löst; dazu gehöre z.B. auch die Darstellung der Zielgruppe und eine Fallstudie. Auch wenn die Gründer für Investoren eine wichtige Rolle spielen, solle das Team erst im letzten Teil vorgestellt werden. Schließlich sei für Investoren auch wichtig, wofür konkret die eingeworbenen Mittel verwendet werden sollen.

Zudem schilderte Johannes Dierkes typische Fehler von Start-ups in der Selbstdarstellung. Oftmals werde das Geschäftsmodell zu kompliziert und in verschachtelten Sätzen dargestellt. Beispiel: „Digital-electronics-enabled off-grid solution and neo energy provider for a decarbonized world.“ Stattdessen besser: „Portable Batteries for Professionals“. Zudem werde oftmals zu sachlich nüchtern präsentiert. Empfehlenswert sei es, gezielt Emotionen von Investoren anzusprechen durch eine passende Bildwelt und kreative Icons. Dies gelte sowohl für B2B- als B2C-Geschäftsmodelle. Darüber hinaus sei es wichtig, die richtigen Begriffe aus der Investoren-Welt zu verwenden.

Sprache ist in der Vorstellung eines Start-ups ohnehin von grundlegender Bedeutung – nicht nur inhaltlich. „Wichtig ist, wie etwas gesagt wird. Nicht nur auf der Bühne oder im Meeting, sondern auch davor und danach“, betonte Florian Kandler. Es gebe zwei große „Boxen“, in Gründer von Investoren einsortiert werden:

➡ Desparation

➡ Opportunity

Um in der letzgenannten Kategorie zu landen, sollten Gründer z.B. nicht kommunizieren: „wir brauchen Geld für Marketing und Sales“ – sondern „wir haben bereits die folgende konkrete Pipeline für Geschäft und mit frischem Kapital können wir diese Pipeline nun in Umsatz verwandeln.“ Zudem erzeuge jeder perfekte Pitch einen „Aha-Moment“ bei den Investoren, indem eine interessante Neuigkeit vermittelt wird. Dazu biete es sich an, Kunden des Start-ups zu zitieren: zu erzählen, über welche Pain Points die Kunden den Gründern berichtet haben – und daraufhin die Lösung des Start-ups zu diesem Pain Point zu präsentieren.

Board Journal – 22. März 2026

Gründer und Investoren tauschten sich am 18. März 2026 in Köln bei der Startupland-Konferenz aus.

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